Presse

2017 Nürnberg Stadtanzeiger vom 26. Juni 2017

www.nordbayern.de

 

2017 „Citykirche“ Ausgabe April & Mai 2017: Blaue Nacht in St. Sebald

 

2017 Konzert in Rittersbach

 

„Eine Gemeinde macht blau“ (Online-Artikel von Onetz vom 14.11.2016)

 

„Blaue Nacht mit Musik in Christuskirche“ (Online-Artikel der Mittelbayerischen Zeitung vom 12.11.2016)

 

Hilpoltsteiner Kurier vom 18.03.2014

Hilpoltsteiner Kurier

 

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung vom 18.03.2014

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung

 

Nürnberger Nachrichten vom 25.06.2011

 

Nürnberger Sonntagsblatt vom 22.05.2011

 

„Kling, Glöckchen, kling“ (Online-Artikel der Nürnberger Nachrichten vom 07.02.2008)

Nürnberger Nachrichten vom 07.02.2008

Nein, mit Kuhglocken habe er absolut nichts zu tun, erklärt Thomas Keeton mit einem Lächeln. In Deutschland sei es normal, dass die Leute an Kuhglocken denken, wenn er von seinem Handglockenchor erzählt. In England, Japan oder den USA sei das völlig anders. Handglockenchöre sind dort Bestandteil fast jeder Gemeinde und so selbstverständlich wie hierzulande eine Kirchenorgel, erzählt der pensionierte Oberstleutnant der US-Armee.

Seit etwa 3000 Jahren gibt es solche Glocken – zunächst vor allem in der chinesischen und indonesischen Kultur. Die Kreuzzüge brachten die Handglocken schließlich auf den europäischen Kontinent. In den Kirchen kamen die Klangkörper erst im sechsten Jahrhundert zum Einsatz: Sie riefen die Gläubigen zum Gottesdienst und wurden als rituelle Instrumente bei Begräbnissen gespielt. Im 17. Jahrhundert wandelte sich ihre Funktion vom Rufzeichen zum Instrument. Die Engländer erfanden das Change Ringing (Wechselläuten), bei dem mindestens drei Glocken in mathematischer Reihenfolge angeschlagen werden. Damit die Musiker nicht in den zugigen Kirchtürmen üben mussten, entwickelten sie kleinere Glocken.

Vier Kilo wiegt die größte Handglocke, die Chorleiter Tom Keeton liebevoll «Big Ben» nennt. (Foto: Sippel)

Keeton gründete den Nürnberger Handglockenchor 1995. Seither ist er Leiter des Chors. Als «Big Ben» stellt der 65-Jährige die größte Glocke vor. Die wiegt fast vier Kilo und ist daher als Instrument eher für dickere Muskeln geeignet. Die kleinste Glocke wiegt dagegen kaum 200 Gramm.

Seine Vorliebe für Handglocken hat der pensionierte Krankenpfleger bereits in der 70ern in seiner Heimat Denver (Colorado) entdeckt. Zehn Jahre später stieß er während seiner Tätigkeit in der ehemaligen Darby-Kaserne Fürth durch Zufall auf einige Handglocken, die dort gelagert wurden. Das musikalische Feuer begann wieder zu lodern, und Keeton erwarb peu à peu ein Arsenal an eigenen Glocken. Ein kostspieliges Vergnügen, denn die Instrumente werden in den USA hergestellt und kosten bis zu 1000 Dollar pro Stück. Die Chorproben werden im Gemeindesaal der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche in der Nürnberger Südstadt abgehalten, seit Gründung arbeitet der Chor eng mit dem dort tätigen Kirchenmusikdirektor Markus Nickel zusammen.

«Vor ein paar Jahren hatten wir noch 16 Mitglieder, heute sind wir auf die Hälfte geschrumpft», sagt Keeton mit Bedauern. Das Repertoire des Chors umfasst Kirchenmusik, Gospels, klassische Musik und Musicals. Die Bewegung der Arme, der Anschlag, das kurze Dämpfen der Glocken auf Schaumstoffmatten, diese Handhabungen entlocken jeder Glocke zwar nur einen einzigen Ton, jedoch verschiedene Stimmungen.

Wer Handglocken im Chor spielt, braucht kein Musikstudium, sagt Keeton, sondern nur Notenwissen und ein gutes Taktgefühl. «Die wichtigste Fertigkeit ist aber eigentlich richtiges Zählen. Denn nur so weiß man, wann der nächste Ton kommen muss», weiß Keeton aus Erfahrung. Gern spiele man mit Sängern zusammen, und auch andere Instrumente wie Orgel, Klavier oder Streichinstrumente werden manchmal integriert.